MDM und PIM – Unterschiede und Überschneidungen

Berlin, den 09. Mai 2017 | PIM und MDM – in Branchen rund um Datenqualität zwei vermeintlich bekannte Ausdrücke. Doch was steckt eigentlich hinter ‚Product Information Management‘ (PIM) und ‚Master Data Management‘ (MDM)?

Genau dieser Frage geht der Blogartikel auf den Grund und soll eine kleine Hilfestellung sein, bei den vielen Begriffen im Jargon nicht den Überblick zu verlieren.

PIM – ursprünglich Werkzeug für Marketing im Internet

Zunächst lassen sich PIM und MDM aus einer geschichtlichen Sicht betrachten. Product Information Management wurde bereits früher als Master Data Management in vielen Unternehmen eingeführt. Mit der Etablierung des Internets und einhergehend vielen neuen Marketingmöglichkeiten in den 1990er Jahren entstand die Herausforderung, Produktdaten aus beispielsweise Katalogen auch in elektronischer Form verfügbar zu machen – und zwar so, dass alle Kanäle mit den gleichen, nämlich korrekten, Daten bespielt werden. Zunächst wurden für die unterschiedlichen Kanäle (Bannerwerbung, eigene Webseite, eigener Shop, Fremdshops, Mailings etc.) auch verschieden Systeme genutzt, um die Daten zu Marketingmaßnahmen zu nutzen. So wurde ein und dasselbe Produkt in vielen verschiedenen Systemen gespeichert. Schnell wurde klar, dass dies zu Fehlern, Zeitverlust und vor allem zu hohen Kosten führt, insbesondere bei sehr vielen Produkten und dementsprechend großen Datenmengen. Die Antwort darauf lauten Product Information Management – kurz PIM. PIM ermöglichte es, einen zentralen Datensatz zu pflegen, der vom PIM-System auf alle Kanäle übertragen werden kann. So erhält jeder Marketingkanal dieselben Daten eines Products – als Ergebnis des Managements der Produktinformationen.

Da vielerorts sowohl die Marketing Abteilungen, als auch die IT-Bereiche von Unternehmen oft andere Prioritäten hatten, als diese einheitlichen Datensätze auch für andere Bereiche des Unternehmens verfügbar zu machen, blieb die eigentliche Datennutzung längere Zeit dem Marketing vorbehalten.

Datan – Relevanz in vielen Bereichen des Unternehmens

Master Data Management entstand wiederum aus einer Situation, in der Uneinheitlichkeit und Unübersichtlichkeit die übrigen Teile des Unternehmens betrafen. Denn sehr oft werden die gleichen Daten in unterschiedlichen Abteilungen benötigt – diese liegen aber wieder dezentral von und sind nicht auf dem gleichen Stand. Zu diesen gehören z. B. Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter, Standorte und so weiter. Sobald diese nur von einzelnen Abteilungen bearbeitet werden, entstehen unterschiedliche Datensätze über ein und dieselbe Entität und dadurch auch Fehler. Master Data Management führt diese Daten, ähnlich wie beim Product Information Management, zusammen und enthält einen korrekten Datensatz zu jedem Objekt, der zentral bearbeitet und gepflegt wird. Somit funktioniert MDM ganz ähnlich wie PIM, nur für verschiedene Arten von Informationen (Domänen), die in vielen Abteilungen genutzt werden können. Dadurch, dass PIM eher eine gewachsene Struktur ist und MDM meist erst nachträglich eingeführt wird, um entstandene Unübersichtlichkeit zwischen Abteilungen zu beseitigen, ist dessen Implementierung oft mit deutlich höheren Kosten als beim PIM verbunden. MDM bietet aber den Vorteil, dass von den Verbesserungen lange profitiert werden und eine große Wirkung erzielt werden kann.

PIM und MDM sind also nicht das Gleiche, sondern unterscheiden sich im Fokus und der Breite der Funktion. Sie überschneiden sich aber insofern, als dass durch beide die Daten eines Objekts zusammengeführt und zentral und einheitlich gepflegt werden können. So verhindern beide, dass viele Datensätze mit unterschiedlichen Inhalten zu ein und demselben Objekt entstehen.

Wir von der innoscale AG bieten eine Master Data Management Software DataRocket an, die wie beschrieben eine Multidomain-Software ist. Ebenfalls führen wir aber auch Datenanalysen durch und geben gerne Beispiele für Stammdatenmanagement und andere Lösungen. Mit unseren DataCanvas lässt sich in einem Workshop sehr interaktiv herausfinden, auf welchem Stand das Stammdatenmanagement ist und welche nächsten Schritte sinnvollerweise gegangen werden könnten. Wir beraten Sie gerne und unverbindlich und freuen uns Sie kennenzulernen.